Initiative „ Zukunftsfähige Führung“

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Quelle: Strateav + Business   Issue 60

Quelle: Strategy + Business - Issue 60

Führung in Staat, Wissenschaft und Wirtschaft steht in der Bewährungsprobe. Glaubwürdigkeit und Vertrauen haben gelitten. Die Führung steht heute vor der Herausforderung, angesichts schneller und tiefgreifender und weltweiter Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei Bürgern, Mitarbeitern, Kunden oder Eigentümern zu erarbeiten und zu halten. Die enormen globalen Herausforderungen erfordern Reformen, Restrukturierung und Innovation.
Zukunftsfähige Führung ist Führung, welche die Existenz einer Organisation auch unter stark verändernden Bedingungen sichert. Sie handelt gemäß akzeptierter beständiger Werte und setzt Ressourcen so ein, dass diese langfristig erhalten bleiben. Zukunftsfähige Führung führt durch Kompetenz, Glaubwürdigkeit und inspirierende Orientierung und ist im positiven Sinne anpassungsfähig.

Führung steht heute in der Verantwortung, Führungstalente zu entwickeln und erprobtes zukunftsfähiges Führungswissen schneller an die nächste Generation von Führungskräften zu vermitteln sowie geeignete Mittel zu organisieren, um die Umsetzung dieses Wissens besser zu ermöglichen. Vieles ist ja bekannt. Wir haben primär kein Erkenntnis- sondern eher ein Umsetzungsproblem.

Die Initiative „ Zukunftsfähige Führung“ ist eine Bewegung von Führungspersönlichkeiten. Sie will dazu beitragen, dass bewährtes Führungswissen in Wirtschaft und Zivilgesellschaft schneller eingesetzt wird und zukunftsfähige Führungskonzepte in der nächsten Führungsgeneration schneller bekannt werden. Die Initiative hilft, Ursachen aufzudecken die verhindern, daß bewährtes Führungswissen eingesetzt wird und nutzt geeignete Mittel die helfen, die Ursachen zu überwinden. Die Initiative wird ihre Arbeit im Frühjahr2012 aufnehmen.

Bild-Referenz: Strategy + Business   Issue 60

2 Comments

  1. Sehr geehrter Herr Harms,

    ich fand Ihren Impulsvortag von gestern sehr interessant. Insbesondere die explizite Ausdehnung des Begriffs Leadership auf nicht-kommerzielle Organisationen hat mir gut gefallen. Über einzelne Aspekte hierzu habe ich mir auch kurz Gedanken gemacht, die ich Ihnen im Weiteren schildern werde.

    1. Ihre Einteilung Staat, Wissenschaft und Wirtschaft sollte m.E. folgendermaßen geändert werden: Staat, Markt und Dritter-Sektor (=NonProfit-Sektor = Parteien, Hochschulen, Sportvereine, Theater, usw., vgl. http://stadtteilarbeit.eu/images/stories/artikel/lokale_oekonomie_3.gif). Hierbei handelt es sich um die Sektoren in denen Organisationen in einer Gesellschaft entstehen können. Der Dritte-Sektor beinhaltet alle Organisationen, die nicht der Familie, dem Staat oder der Wirtschaft zugeordnet werden können. Hiermit hätten Sie auch die von der Dame gestern genannte Zivilgesellschaft abgedeckt. Für Organisationen des NP-Sektors gibt es auch schon zahlreiche Veröffentlichungen zu Managementthemen. Ein sehr guter Vertreter im deutschsprachigen Raum ist Prof. Dr. Manfred Bruhn. Er hat das Buch Marketing für Non-Profit Organisationen veröffentlicht, welches jedoch m.W. nicht explizit auf Leadership eingeht.

    2. Gibt es geborene „Leader“, wann wird jemand zum „Leader“ und was ist die Disziplin des „Leaderships“? Beispielsweise ein formeller „Anführer“ einer Organisation muss nicht unbedingt ein Leader sein. Im Buch Leadership Secrets of Attila the Hun argumentiert Wess, dass eigentlich jeder in einer Organisation zum „Leader“ werden muss und kann (“You’ve Got to want to Be in Charge). Wenn „Leaderhsip“ dann eine Disziplin ist, die von jedem gelernt und geübt werden kann, dann stellt sich die Frage nach den Methoden und Werkzeugen.

    3. Ich habe selbst erst vor kurzem meine Karriere an einer Business School beendet. Es werden dort durchaus Leadership-Themen vermittelt. Change Management habe ich dort in zwei Kursen bearbeitet und auch Unternehmens-Ethik sowie Nachhaltige Entwicklung konnte ich vertiefen. M.E. kann man aber Leadership nicht in einer Schule lernen. Leadership-Fähigkeiten werden eher durch die Sozialisation einer Person im Gesamten geprägt und nicht durch den Besuch eines MBA-Programms. Es wäre daher hilfreich, die Faktoren die Leadership-Verhalten in einer Gesellschaft prägen im Gesamten aufzuarbeiten. Diese könnten dann gezielt gefördert werden.

    4. Meine Führungserfahrung selbst kommt eher aus dem ehrenamtlichen Bereich und ich habe dort insbesondere Personen scheitern sehen, die später auf unsere deutschen „Harvards“ gegangen sind. Deren Motivation war mehr die Übernahme einer „Leader-Position“ zur Kosmetik des Lebenslaufs als zur Gestaltung und Verwirklichung der Mission der Organisation. Viele Großunternehmen fördern das dann oft auch, indem sie Personen mit solch einem Persönlichkeitsprofil in sogenannte „Leadership-Programme“ aufnehmen.
    Hierbei handelt es sich jedoch um meinen subjektiven Eindruck!

    Gerne beteilige ich mich an Ihrer Diskussion.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marc König

    • Sehr gehrter Herr König,
      komme erst jetzt dazu, Ihren ausführlichen und interessanten Kommentar zu beantworten.
      In der Tat könnten wir den Non-Profit Sektor als solchen einführen, um die Führungsthematik auch in diesen Bereichen ganzheitlich anzusprechen.
      Ihren Bemerkungen zum Thema Führung bzw Leadership kann ich grossteils gut zustimmen,vor allem, dass Führung in erster Linie on the job gelernt wird, wenn zeitgemäßes und zukunftsfähiges Führungswissen angewandt wird.
      Leider wird dieses Wissen in den verschiedenen Handlungsbereichen der Führung in der Praxis unterschiedlich umgesetzt.Warum das so ist und wie das am besten korrigiert werden kann sind Fragen, die unsere Initiative in erster Linie angehen will.Dazu kann – wie Sie betonen – auch die Aufarbeitung der Faktoren gehören, die das Führungsverhalten in einer Gesellschaft prägen.

      Ich freue mich auf Ihre weitere Mitarbeit,
      Ihr J Menno Harms

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